Beziehung und Krise

Grundsätzlich ist zu sagen: „Keine Angst vor der Krise!“  Sie zeigt zwar an, dass in der Beziehung etwas in Bewegung ist, bedeutet aber nicht deren Zerbrechen.  Nur das hartnäckige Ignorieren aller Warnzeichen oder das bewusste Verweigern einer erwachsenen Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten kann zum Scheitern der Beziehung führen.

Eine Krise kann durch ein äußeres Ereignis hervorgerufen werden. Sie kann im Zusammenhang mit der unterschiedlichen inneren Entwicklung der  Partner auftreten.  Möglicherweise manifestiert sie sich als generelle, nicht näher zu definierende Unzufriedenheit mit der Beziehung.  Vielleicht bemerken Sie aber eher eine übertriebene Gereiztheit in bestimmten Situationen.  Für das Entstehen und den Verlauf einer Krise gibt es keine allgemein gültigen Muster und Regeln.  Sicher ist nur, dass sie zu einer Beziehung dazugehört und dass Paare, die sich um gemeinsame Bewältigung bemühen, gestärkt aus ihr hervorgehen.

 

 

3 Aussagen, die Sie in Zusammenhang mit Krise ganz schnell vergessen sollten

„In einer guten Ehe gibt es keinen Streit!“
Die Häufigkeit und Heftigkeit von Streit sagt gar nichts über die Qualität einer Beziehung aus.  Interessant ist vielmehr, was im Anschluss an einen Streit passiert.  Ein Streit oder eine Meinungsverschiedenheit zeigt ja nur, dass hier zwei unterschiedliche Persönlichkeiten mit ihren eigenen Lebensgeschichten, Gefühlen, Erfahrungen und Ansichten aufeinander treffen und in einem Punkt vorerst einmal keine Übereinstimmung erzielen.  Nicht die unbedingte Vermeidung von Streit ist in einer Ehe also anzustreben, sondern der erwachsene Umgang damit, die Auseinandersetzung auf gleicher Augenhöhe.

„Es wird schon wieder besser werden!“
Wenn Sie Anzeichen einer negativen Veränderung in der Beziehung wahrnehmen, ist es am besten, so bald wie möglich mit Ihrem/r Partner/in darüber zu sprechen. Geduldiges Abwarten ist meist fehl am Platz.  Sie beide sind für die Qualität und die Zufriedenheit in Ihrer Ehe verantwortlich, und wem zuerst etwas auffällt, der spricht es an.  Dabei soll es vor allem einmal darum gehen, dass der/die Partner/in erfährt, was los ist.  Das erste Ziel ist, dass Sie in Ihrer momentanen Befindlichkeit ernst genommen werden.

Ein paar Regeln für das Gespräch:

„Das geht nur uns etwas an, damit müssen wir alleine fertig werden!“

Wenn Sie beide spüren, dass Sie in einer Krise stecken, dann erhebt sich die Frage, wie Sie damit umgehen.  Der eingangs zitierte Satz ist ein weit verbreitetes Vorurteil.  Bis zu einem gewissen Grad ist es vielleicht Selbstschutz, nichts nach außen tragen zu wollen, um nicht von allen Seiten Kommentare und gut gemeinte Ratschläge auf sich herabzurufen.  Familie und Freundeskreis sind auch tatsächlich oft überfordert, in einer Krise den nötigen Beistand zu leisten  Alte Loyalitäten sind meist stärker als Objektivität.. 

Aber es gibt die professionelle Eheberatung!  Manche sehen es als Schwäche und Versagen, wenn sie eine Beratungsstelle kontaktieren.  Tatsächlich ist es ein sehr mutiger und vitaler Schritt, sich die Krise einzugestehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was Sie bei einer Beratung erwarten dürfen:



Tipps

Präventive Gesprächstrainings

EPL – Ein Partnerschaftliches Lernprogramm

KEK – Konstruktive Ehe und Kommunikation

Liste der Beratungsstellen in kirchlicher Trägerschaft nach Postleitzahlen geordnet

beratung@eheonline.at   als Erstkontakt für Beratung Suchende

 

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